Kraftlos während der Periode Teil 2

Kraftlos während der Periode Teil 2 –

Wie Du trotz stressigem Alltags mit Erschöpfung während der Periode umgehst.

Oft lässt es unser Leben nicht zu, dass wir uns während der Zeit unserer Blutung das geben, was wir gerade am meisten brauchen. Manchmal kommen die Erschöpfung und die Kraftlosigkeit in Momenten, in denen wir kaum Ruhe und Zeit für uns finden können. Wenn du in der Arbeit bist oder in Situationen, die es nicht zulassen, dich hinzulegen und auszuruhen, dann gibt es dennoch Möglichkeiten, in der Zeit deines inneren Winters gut für dich zu sorgen.

Das kann so aussehen:

Augenblicke der Innenkehr: Schließe nur für einen Moment die Augen, bemerke wie müde du dich eigentlich gerade fühlst. Gib dich dem Gefühl, müde und kraftlos zu sein, innerlich hin, indem du dich zum Beispiel auf deinem Stuhl bewusst zurücklehnst und deinen Körper spürst. Wie fühlt sich dein Körper an? Wo spürst du die Erschöpfung? Erlaube dir, dich so zu fühlen. Durch kurze Momente der Aufmerksamkeit für dein Befinden verschaffst du dir und deinen Bedürfnissen Gehör. Dadurch entspannt sich bereits etwas in dir, denn du ignorierst den Ruf von innen nicht und das spürt deine Seele. Auch wenn im Außen nicht viel Raum für deine Bedürfnisse zu sein scheint, kannst du dir durch dein Bewusstsein und deine Achtsamkeit schon sehr viel selbst geben. Das allein kann dir Kraft und Zuversicht geben, denn es zeigt dir, dass du nicht nur dem ausgeliefert bist, was in deinem Umfeld passiert.

Fürsorge für dich selbst: Gib dir selbst die Aufmerksamkeit, die du brauchst und die du dir von deinem Umfeld wünschen würdest. Mach es zu deiner eigenen Verantwortung, in herausfordernden Momenten mit einem liebevollen Blick auf dich zu schauen und dir selbst zu signalisieren: Ich sehe dich. Was du brauchst, ist mir nicht egal.

Vielleicht kannst du dir kleine Rituale überlegen, die dir während deines inneren Winters das Gefühl von Sicherheit und Geborgenheit geben. Das kann dein Lieblingstee an deinem Schreibtisch sein, bequeme Kleidung, in der du dich wohlfühlst oder eine nährende Mahlzeit, die du dir von einer lieben Freundin oder vom Lieferservice bringen lässt. Um dich während dieser Zeit immer wieder daran zu erinnern, auf dich zu schauen, kannst du dir eine kleine Erinnerungsstütze setzen. Das kann ein Schmuckstück sein, z.B. ein Ring, den du nur während deiner Blutung trägst und der dich im Laufe des Tages immer wieder daran erinnert, kurz inne zu halten und zu spüren, was gerade da ist.

Tue jetzt nur das nötigste: Die Zeit der Periode, der innere Winter, ist die Zeit zum Loslassen und zur Innenkehr. Darüber habe ich bereits in meinem letzten Post geschrieben (den findest du hier:…). Auch in einem Alltag voller Verpflichtungen ist eine innere Haltung der Hingabe möglich. Hingabe kann auch bedeuten, das laute und aktive Umfeld um dich herum einfach so anzunehmen, wie es eben gerade ist. Innerer Widerstand gegen Dinge, die du in dem Moment nicht verändern kannst, kostet dich Kraft. Versuche daher, in der Zeit deines inneren Winters, eine Haltung anzunehmen, in der du innerlich loslässt und annimmst. Es ist jetzt nicht die Zeit für große Taten, Veränderungen und Widerstand (natürlich gibt es hier auch immer Ausnahmen, je nach Situation). Versuch dich dem hinzugeben, was innerlich in dir Widerstand auslöst: die Wohnung ist unaufgeräumt? So sei es. Erlaube dir für die wenigen Tage des inneren Winters, nichts perfekt machen zu müssen. Probleme in der Arbeit dürfen, wenn möglich, warten um gelöst zu werden. Und wenn dein aktiver Einsatz doch gefordert ist, tue nur soviel, wie wirklich nötig ist.

Übrigens: in einer inneren Haltung des Empfangens und der Hingabe steckt viel Potential. Wenn wir uns immer wieder darin üben, nicht sofort ins Handeln zu gehen, sondern die Dinge erstmal ruhen zu lassen, schaffen wir Raum für Möglichkeiten, die uns zuvor gar nicht bewusst waren. Daher kann man die Zeit der Blutung auch super dazu nutzen, ein Problem einfach mal beiseite zu legen. Oft kehrt man dann aus dem inneren Winter mit einer neuen Perspektive auf das Problem zurück. 

Mache deine Periode zu einer Priorität im Alltag. Wenn du dir deines Zyklus mehr und mehr bewusstwirst, wirst du wahrscheinlich selbst erkennen, wie wichtig die Zeit der Regeneration ist. Du gewinnst Geduld und Vertrauen in die natürlichen Rhythmen deiner Natur und du weißt dann: die Zeit zum Kreativsein, für neue Projekte und Veränderungen kommt wieder, aber sie ist nicht jetzt. Und sie wird umso produktiver und kreativer, je mehr Zeit du dir zum Ruhen nehmen konntest. Wenn du dir bisher nicht viel Zeit für dich im inneren Winter genommen hast, dann kann es ein bisschen dauern, diese Gewohnheit zu ändern. Das ist okay. Beginne einfach damit, dir kleine Inseln der Ruhe einzuplanen. Wenn du zwischendurch 15 Minuten Zeit hast, lege dich in dieser Zeit hin, anstatt noch schnell Kleinigkeiten zu erledigen. Und auch wenn du während deiner Periode deine Arbeit machst, deine Kinder versorgst und deinen Verpflichtungen nachgehst: gib in dieser Zeit nicht mehr, als unbedingt nötig. Überlege genau, welche Angebote von außen du wirklich annehmen möchtest und habe den Mut, Nein zu sagen. Mach deine Periode also mehr und mehr zu einer Priorität in deinem Alltag. Mehr Raum für Entspannung wird dann entstehen, wenn du ihn Stück für Stück einlädst. Alexandra Pope (Co-Autorin von Wild Power) rät, dass wir bereits viel neue Kraft schöpfen können, wenn wir uns nur 1% von der Ruhe geben, nach der wir uns so sehnen. Verabschiede dich also von dem Gedanken, dass du dein Leben umkrempeln musst, um aus der Erschöpfung zu kommen. Kleine Veränderungen bewirken oft viel mehr, als du vielleicht erwartet hättest.

In meinem nächsten Blogbeitrag werde ich mit dir teilen, was es mit uns macht, wenn wir Scham und Abneigung bezüglich unserer Periode verspüren. Deine Periode für dich neu zu bewerten, kann ein Weg zurück in deine Kraft sein.